Day 3 to 13 - kultur und anderes auf Hokkaido
Auch wenn Furano nicht wirklich exciting ist und unser Tagesgeschäft in den letzten 2 Wochen hauptsächlich aus der Erkundung der umliegenden Berge bestand, gabs doch ein paar Einblicke in den japanischen Alltag und Kultur. Nicht zuletzt dank der rührigen Leute vom Tourismusbüro die uns jeden Tag mit neuen Veranstaltungen, Gutscheinen und anderen Sachen bombardierten. Das sind wahrscheinlich genau die "Heimatabende" die man nicht unbedingt besuchen will wenn man in den heimischen Alpen unterwegs ist, aber hier war ja alles neu für uns, und wir mussten dementsprechend (fast) alles mitnehmen. Beispielsweise die "cultural night" welche für Einwohner und ausländische Gäste gedacht war und zu lustigen völkerverbindenen Ess- und Trinkgelagen führte, alles von der Stadt gesponsort, Schirmherrschaft vom Bürgermeister.
Unter anderem gabs eine Vorführung zweiter berühmter Geisha's aus Kyoto, eine faszinierende Kalligraphie-Performance in Verbindung mit nem japanischen "spoken word" künstler, japanischen Schwerttanz und ne Trommelgruppe. Klingt vielleicht banal, war aber beeindruckend. Es ist auf jeden Fall deutlich spürbar dass Tradition in Japan gross geschrieben wird, unter anderem stand noch eine japanische Teezeremonie auf dem Programm, ausgerichtet von japanischen school girls (no worries, alles jugendfrei).
Obwohl ich mir die japanische Gesellschaft noch mehr "geregelt" und uniform vorgestellt hatte, merkt man deutlich - in Verbindung mit der Tradition - dass es einen klaren Wertekanon gibt, an den sich auch alle halten. Die sprichwörtliche und überwältigende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ist nur ein Ausdruck davon, und ich komm dann schon ins Grübeln welcher Gesellschaftsentwurf jetzt nun eigentlich der bessere ist.
Hokkaido ist unter anderem auch für die zahlreichen "Snow festivals" bekannt, die hier in jedem dorf stattfinden, das grösste logischerweise in Sapporo. Weil das dann aber doch zu weit war, machten wir uns auf den Weg nach Asahikawa, der zweitgrössten Stadt von Hokkaido. Den Bus direkt vor der Tür, und mit Hilfe unserer Hände, Füsse und eines hilfsbereiten Taxifahrers fanden wir zum Festival was uns trotz interessanter Fischwürste und Schlauchbootfahren im Schnee nicht wirklich vom Hocker riss. Eine (!!) Eisskulptur (immerhin die Sagrada Familia), zwei Iglus und ein grösseres "Fresszelt" ....hallo ??!! Auf dem Rückweg im Schneetreiben stand glücklicherweise ne Karte im Weg rum, und uns wurde klar dass wir uns die ganze Zeit im Eingangsbereich rumgedrückt hatten. Fünf Minuten später kriegten wir dann auch den Mund vor Staunen nicht mehr zu, was man als Hokkaido-Japaner so aus komprimiertem Schnee und Eis so alles zaubern kann, am abgefahrensten war eine massive zweistöckige Burg mit Zinnen, Treppen und so weiter. Der Grossteil des Eisfestivals wurde übrigens durch die japanische Armee "aufgebaut". Erleichtert (dass wir das Festival doch noch gefunden hatten) und leicht genervt (wegen des Schneetreibens) machten wir uns auf den Rückweg ins heimische Furano.
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