Trans China statt Trans Siberia
Nach dem kurzen aber feinen Zwischenstop in Deutschland (nach 9 Monaten Rumtingelei) hatten wir eigentlich den Plan, mit der Transsib von Moskau aus ueber die Mongolei nach China zu gelangen, uns dann nach Shanghai durchzuschlagen um von dort wieder in Sydney einzufliegen. Leider wurde die schoene Idee durch unsere russischen Freunde zunichte gemacht, abgesehen von dem Stress, sich im Vorfeld um drei verschiedene Visa kuemmern zu muessen und der 5%igen erfolgsquote beim Versuch das russische Konsulat in leipzig telefonisch zu erreichen, waren erst gar keine Bahntickets mehr erhaeltlich, dann ploetzlich doch (natuerlich mit ordentlichem Aufpreis...ist ja schliesslich Russland), und letztendlich wurde uns mitgeteilt, dass die letzten beiden Plaetze in zwei verschiedenen Abteilen waren. Naja, an dem Punkt riss der gemeinsame Geduldsfaden, und es mussten guenstige Alternativen her die wir von unserem Zwischenstop Hongkong gut und schnell erreichen konnten. Vietnam wurde nach kurzer Zeit fallengelassen, und letztendlich hiess es TransChina statt TransSib. Nun bieten sich 11 Tage nicht wirklich dazu an, China inklusive der Megastaedte Hongkong und Shanghai zu erkunden, aber wir wollten reinpacken was geht.
Der erste Zwischenfall dann beim Anflug auf Hongkong...Taifunwarnung !!! Nach einigen Kreiseln und immer weniger Kerosin gings die Kueste hoch nach Taipeh. Zu der Zeit waren wir noch guter Dinge dass alles gut wird, auch wenn der Flughafen von Taipeh nicht wirklich prickelnd ist. Letztendlich wurden wir alle in eine Wartehalle gepfercht, die frappierend an Fluechtlingslagerbilder erinnerte, und nach weiteren 6 stunden Wartezeit (immerhin hatte der lokale Wirelessanbieter irgendeinen Bug in der Abrechnungssoftware....kind of free surfing) war dann klar dass wir an dem Tag kein Flugzeug mehr besteigen wuerden. Schoen die Paesse abgeben, sich mit 300 anderen Leuten um Plaetze in den Bussen kloppen, und letztendlich landeten wir in einem noblen Hotel in Hsinchu (keine wirklich schoene Stadt, erinnert an Decin und Teplice, damu wird das wohl bestaetigen koennen). Am naechsten Morgen das ganze Spiel rueckwaerts (Busse, Wartehalle, Flugzeug), und mit ca. anderthalb Tagen Verspaetung kamen wir dann endlich in Hongkong an.
Teresa war noch nie in Asien vorher...dementsprechend stark war der erste Eindruck fuer sie, und insbesondere mit Hongkong, einer der aufregendsten und abwechslungsreichsten Staedte in Asien. Der erwartete Shoppingmarathon startete umgehend (wer Teresa und ihre Vorliebe fuer japanisch/asiatisches design kennt weiss wovon ich rede), der Victoria Peak musste ebenfalls nochmal dran glauben, auch beim zweiten Mal mit atemberaubendem Blick auf die Skyline von Kowloon und Hongkong Island.
Naechste Station war dann das "echte" China in gestalt der Guangxi Provinz, genauer Guilin (nicht wirklich weltbewegend) und noch genauer Yangshuo einer ziemlich kleinen Stadt inmitten spektakulaerer Karstlandschaften. Um nicht ganz zu vergessen, dass wir ja eigentlich Sibirien mit dem Zug durchqueren wollten, nahmen wir logischerweise den Nachtzug von Shenzhen (Nachbarstadt von Hongkong, aber nicht zur Sonderwirtschaftzone gehoerend) nach Guilin, schlappe/knappe 30 Stunden. Und egal was man ueber China denken mag, aber das Zugsystem ist europaeischer Standard. Gut, in Deutschland stehen nicht soviele Omis auf dem Bahnsteig und verkaufen Huehnerfuesse, Hund und andere undefinierbare Leckereien :-).
Wir waren nur ein bisschen irritiert ob der Beschallung in Diskolautstaerke mit lecker chinesischen Technopopsongs von denen einer wie der andere klang, und das bis 23 Uhr oder so....Aber naja, wer wirklich muede ist, schlaeft trotzdem !
In Guilin gleich dem ersten Schlepper hinterhergerannt, der fuer uns in Yangshuo das Hostel, die Zugfahrkarten fuer die Weiterfahrt nach Shanghai und die ersten zwei Trips fuer den Tag klarmachte - Bootsfahrt auf dem Li-Fluss zwischen den Karstfelsen sowie nachts ein Stelldichein mit den Kormoranfischern.
Auf dem Fluss wars schick, aber viel zu heiss (die deutschen Temperaturen wurden locker nochmal getoppt), sodass wir eigentlich ganz zufrieden waren, keine Tagestour gebucht zu haben. Kurz nach "Hause", duschen und dann stand unten schon unser Taxifahrer, voll ausgestattet mit Fahrrad und Anhaenger auf dem wir Platz nehmen durften um quer ueber die quirlige Hauptstrasse gekarrt zu werden :-).
Kurze Erklaerung was Kormoranfischer eigentlich sind und machen: Die Chinesen (aber gibts wohl auch in Japan) machen sich die angeborenen (Fischfang)faehigkeiten der Voegel zunutze, binden ihnen aber vorher den Hals so zu, dass nur noch kleine Fische durchpassen. Der Fischer rudert mit seinem Boot nachts auf dem Fluss lang, ne kleine Lampe am Bug, und die Kormorane schwimmen rund ums Boot, fangen die Fische und geben die brav ab. Die kleinen passen durch, somit hat jeder was davon. War zwar alles ziemlich touristisch, einschliesslich anschliessender Fotosession mit Fischer und Kormoran, aber grundsaetzlich haelt sich das in China noch ziemlich im Rahmen, zumindest was westliche Touristen angeht.
Fuer den naechsten Tag hatten wir dann alle weiteren Angebote unseres hauseigenen Schleppers fuer weitere spektakulaere Touren abgelehnt, sondern wollten stattdessen die Umgebung mit Motorrad selbst erkunden. Leider sind die Chinesen ziemlich gesetzesbewusst, Touristen duerfen naemlich keine motorgetriebenen Fahrzeuge ohne chinesischen Fuehrerschein ausleihen, und obwohl wir wirklich ALLES probierten, ging da kein Weg rein. Ziemlich wesentlicher Unterschied zu allen anderen asiatischen Laendern....
Am Ende mussten wir uns zwischen Fahrrad (eigentlich viel zu heiss) und elektrobetriebenen Motorrollern entscheiden (nur Saft fuer 40km, und in der Pampa wollten wir nicht aufladen). Die Entscheidung fiel dann zaehneknirschend fuer ein Tandem (Temperaturen knapp 40 Grad), nicht ohne erstmal wieder Probleme mit gesperrten Visakarten loesen zu muessen. Am Ende war das aber dann die richtige Wahl. Wir kamen zwar nicht wirklich weit, aber fernab von befestigten Strassen gings durch Reisfelder und malerische Doerfer, dazu der Sonnenuntergang inmitten der mystischen Landschaft, und ein netter Kneipenbesitzer schipperte uns mit Bambusfluss auch noch uebern Fluss. Sehr cool...
Ein "kleines" organisatorisches Problem mussten wir dann doch noch loesen, wir brauchten naemlich noch nen Flug von Shanghai zurueck nach Hongkong, um unseren Flieger nach Sydney nicht zu verpassen. Im letzten Jahr (als ich das erste Mal in China war) war das ueber www.elong.net noch ganz einfach, aber inzwischen gabs wohl zuviele Betrugsfaelle, und die Online-Buchung war gar nicht mehr so "online", man sollte netterweise noch Kopien der Kreditkarten, Antragsformulare sowie Passkopien nach Peking faxen. Das bedeutete also, dass wir in unserem Yangshuo Kaff jemanden auftreiben mussten, der uns Drucker, Scanner and Faxgeraet zur Verfuegung stellen konnte, von Englischkenntnissen gar nicht zu reden. Die Huerde war irgendwann genommen, ein naechtlicher Blick in die Mailbox zeigte jedoch, dass die Uhren in China nicht ganz so schnell ticken - wir sollten alles nochmal wiederholen, da die Unterschriften wohl nicht ganz lesbar ruebergekommen waren. Naja, die ganze Aktion zog sich ueber mehr als 2 Tage hin, und letztendlich wurden unsere Fluege erst in Shanghai bestaetigt.
Am naechsten Morgen mussten wir dann leider wieder weiter, die Zeit rannte, denn schon drei tage spaeter ging unser Weiterflug von Hongkong nach Sydney und wir wollten uns vorher noch Shanghai anschauen. Das alte Spiel, ab zum Bahnhof, die Zeit mit 300 anderen in der Wartehalle totschlagen und dann zum Abteil hetzen, um noch Gelegenheit zu haben, die Rucksaecke in den Gepaeckfaechern zu verstauen. Diesmal war die Atmosphaere im Zug nicht ganz so entspannt, wir waren die Attraktion in unserem Waggon, und das aeussert sich hier eben nicht in verstohlenen Blicken, sondern man wird die ganze Zeit angestarrt egal was man macht. Ausser uns waren in dem ganzen Zug vielleicht noch 10 andere Auslaender. Und da ich schon immer mal auch erste Klasse Zug fahren wollte, war die Entscheidung klar: Upgrade !!!! Leider stellt sich das als ein ziemlich schwieriges Unterfangen heraus, aufgrund der Sprachbarriere und irgendwie wollte das Zugpersonal auch seine Ruhe haben. Nach circa 30 Minuten hatten wirs dann aber geschafft, neue Tickets, Aufpreis bezahlt und endlich Ruhe im abschliessbaren :-) Abteil....
Shanghai - ganz anders als Hongkong, leichte Enttaeuschung machte sich bei mir breit, hatte es mir echt spektakulaerer, groesser, hoeher etc. vorgestellt, aber wahrscheinlich war ich schon bissl vorbelastet bzw. abgestumpft. Denn die Rekorde in punkto Anzahl aufgestellter Krane, minuetlicher vertikaler und horizontaler Zuwachs und so weiter suchen weltweit ihresgleichen (sonst waerens wohl keine Rekorde) Wir quartierten uns in einem ziemlich edlen Hostel aus der Zeit der Franzosen direkt am Bund, dem Zentrum von Shanghai, ein, und dann gings los, Henni und Paulina, zwei Freunde aus Dresden zu treffen. Nach diversen telefonischen Verabredungen mehrfach quer durch die Welt mit australischen und deutschen Handys klappte dann auch das. Irgendwann landeten wir dann auf dem Jinmao-Tower, dem hoechsten Gebaeude in China. Wie befuerchtet, wurde uns wegen Missachtung der Kleiderordnung der Zutritt zur Bar verwehrt, Anzug waere zu leihen gewesen, schuhe leider nicht...mit Flipflops kommt man halt nur in Australien ueberall rein. Der Blick hinunter im Inneren des Turmes war fuer die Magengrube schon genug, lag aber vielleicht auch an der niedrigen Bruestung.
Nach 2 Naechten in Shanghai war dann wieder mal Aufbruch angesagt. Wie bereits erwaehnt, nochmal Zugfahren war nicht drin, Shanghai back to Hongkong dauert 24h, und die hatten wir nicht mehr, eben alles auf Kante genaeht. Also auf zum Flughafen. Gluecklicherweise ist Shanghai eine der wenigen Grossstaedte auf dieser Welt wo der Transport zum Flughafen nicht den ganzen tag in Anspruch nimmt, genauer gesagt, dauert es hier 8 Minuten - mit dem Transrapid der sich in Deutschland ja ni wirklich durchgesetzt hat. Ziemlich beeindruckend mit 430 km/h durch die Gegend zu rauschen, wobei die Weite der Landschaft das Erlebnis bissl mindert. Auf dem Flughafen dann das uebliche, draengeln und nicht wegschieben lassen...alles letztendlich zweckfrei, denn unser Flug hatte mal wieder Verspaetung.
In Hongkong, besser Shenzhen, angekommen, fiel dann auf dass ich Flughafen und Bahnhof leicht verwechselt hatte. Vom Flughafen gibts leider keine bequeme S-Bahn-Anbindung nach Hongkong Zentrum, spaet wars ausserdem, und Shenzhen ist nicht wirklich prickelnd. Also dem erstbesten Busfahrer am Flughafen die Rucksaecke in die Hand gedrueckt und los gings. 3 Stops inklusive Grenzkontrollen und Buswechsel spaeter (beeindruckend mit welcher Effizienz die Menschenstroeme dort gemanaged werden), waren wir dann in Hongkong. Unser Taxifahrer fuers letzte Stueck war lustig, halbblind und kannte unser Hostel nicht, welches immerhin auf der Hauptstrasse in Kowloon liegt, und wir fanden auch nicht heraus welche Sprache der Mann sprach, war weder Chinesisch noch Englisch. Aber immerhin hatte er feine Jazzmucke an, eine riesengrosse Lupe mit Lampe am Start sowie ne Strassenkarte - Hongkong live :-). Es stellte sich dann raus, dass wir bereits auf der richtigen Strasse waren...easy as.
Ins inzwischen heimische Cosmic Guesthouse eingecheckt (wer mal ne guenstige Bleibe in HK sucht, that's the place to go), am naechsten Tag dann die letzten Einkaeufe sowie ne massive Packorgie....ab zum Flughafen, und schon waren wir wieder in Sydney. Komisches Gefuehl hier wieder anzukommen, einerseits ist es immer noch irgendwie fremd, andererseits aber doch wieder ziemlich vertraut. Spielte sicher auch ne Rolle, dass hier der Fruehling grad angefangen hatte (unsere Ankunftszeit Sonntag morgen, 7 Uhr), und das nach 5 Wochen mit konstant ueber 30 Grad in Deutschland und China. Tja, das sollte dann fuer ne Weile erstmal der letzte laengere Trip sein, irgendwie muss das ja alles auch finanziert werden. Update folgt....
Der erste Zwischenfall dann beim Anflug auf Hongkong...Taifunwarnung !!! Nach einigen Kreiseln und immer weniger Kerosin gings die Kueste hoch nach Taipeh. Zu der Zeit waren wir noch guter Dinge dass alles gut wird, auch wenn der Flughafen von Taipeh nicht wirklich prickelnd ist. Letztendlich wurden wir alle in eine Wartehalle gepfercht, die frappierend an Fluechtlingslagerbilder erinnerte, und nach weiteren 6 stunden Wartezeit (immerhin hatte der lokale Wirelessanbieter irgendeinen Bug in der Abrechnungssoftware....kind of free surfing) war dann klar dass wir an dem Tag kein Flugzeug mehr besteigen wuerden. Schoen die Paesse abgeben, sich mit 300 anderen Leuten um Plaetze in den Bussen kloppen, und letztendlich landeten wir in einem noblen Hotel in Hsinchu (keine wirklich schoene Stadt, erinnert an Decin und Teplice, damu wird das wohl bestaetigen koennen). Am naechsten Morgen das ganze Spiel rueckwaerts (Busse, Wartehalle, Flugzeug), und mit ca. anderthalb Tagen Verspaetung kamen wir dann endlich in Hongkong an.
Teresa war noch nie in Asien vorher...dementsprechend stark war der erste Eindruck fuer sie, und insbesondere mit Hongkong, einer der aufregendsten und abwechslungsreichsten Staedte in Asien. Der erwartete Shoppingmarathon startete umgehend (wer Teresa und ihre Vorliebe fuer japanisch/asiatisches design kennt weiss wovon ich rede), der Victoria Peak musste ebenfalls nochmal dran glauben, auch beim zweiten Mal mit atemberaubendem Blick auf die Skyline von Kowloon und Hongkong Island.
Naechste Station war dann das "echte" China in gestalt der Guangxi Provinz, genauer Guilin (nicht wirklich weltbewegend) und noch genauer Yangshuo einer ziemlich kleinen Stadt inmitten spektakulaerer Karstlandschaften. Um nicht ganz zu vergessen, dass wir ja eigentlich Sibirien mit dem Zug durchqueren wollten, nahmen wir logischerweise den Nachtzug von Shenzhen (Nachbarstadt von Hongkong, aber nicht zur Sonderwirtschaftzone gehoerend) nach Guilin, schlappe/knappe 30 Stunden. Und egal was man ueber China denken mag, aber das Zugsystem ist europaeischer Standard. Gut, in Deutschland stehen nicht soviele Omis auf dem Bahnsteig und verkaufen Huehnerfuesse, Hund und andere undefinierbare Leckereien :-).
Wir waren nur ein bisschen irritiert ob der Beschallung in Diskolautstaerke mit lecker chinesischen Technopopsongs von denen einer wie der andere klang, und das bis 23 Uhr oder so....Aber naja, wer wirklich muede ist, schlaeft trotzdem !
In Guilin gleich dem ersten Schlepper hinterhergerannt, der fuer uns in Yangshuo das Hostel, die Zugfahrkarten fuer die Weiterfahrt nach Shanghai und die ersten zwei Trips fuer den Tag klarmachte - Bootsfahrt auf dem Li-Fluss zwischen den Karstfelsen sowie nachts ein Stelldichein mit den Kormoranfischern.
Auf dem Fluss wars schick, aber viel zu heiss (die deutschen Temperaturen wurden locker nochmal getoppt), sodass wir eigentlich ganz zufrieden waren, keine Tagestour gebucht zu haben. Kurz nach "Hause", duschen und dann stand unten schon unser Taxifahrer, voll ausgestattet mit Fahrrad und Anhaenger auf dem wir Platz nehmen durften um quer ueber die quirlige Hauptstrasse gekarrt zu werden :-).
Kurze Erklaerung was Kormoranfischer eigentlich sind und machen: Die Chinesen (aber gibts wohl auch in Japan) machen sich die angeborenen (Fischfang)faehigkeiten der Voegel zunutze, binden ihnen aber vorher den Hals so zu, dass nur noch kleine Fische durchpassen. Der Fischer rudert mit seinem Boot nachts auf dem Fluss lang, ne kleine Lampe am Bug, und die Kormorane schwimmen rund ums Boot, fangen die Fische und geben die brav ab. Die kleinen passen durch, somit hat jeder was davon. War zwar alles ziemlich touristisch, einschliesslich anschliessender Fotosession mit Fischer und Kormoran, aber grundsaetzlich haelt sich das in China noch ziemlich im Rahmen, zumindest was westliche Touristen angeht.
Fuer den naechsten Tag hatten wir dann alle weiteren Angebote unseres hauseigenen Schleppers fuer weitere spektakulaere Touren abgelehnt, sondern wollten stattdessen die Umgebung mit Motorrad selbst erkunden. Leider sind die Chinesen ziemlich gesetzesbewusst, Touristen duerfen naemlich keine motorgetriebenen Fahrzeuge ohne chinesischen Fuehrerschein ausleihen, und obwohl wir wirklich ALLES probierten, ging da kein Weg rein. Ziemlich wesentlicher Unterschied zu allen anderen asiatischen Laendern....
Am Ende mussten wir uns zwischen Fahrrad (eigentlich viel zu heiss) und elektrobetriebenen Motorrollern entscheiden (nur Saft fuer 40km, und in der Pampa wollten wir nicht aufladen). Die Entscheidung fiel dann zaehneknirschend fuer ein Tandem (Temperaturen knapp 40 Grad), nicht ohne erstmal wieder Probleme mit gesperrten Visakarten loesen zu muessen. Am Ende war das aber dann die richtige Wahl. Wir kamen zwar nicht wirklich weit, aber fernab von befestigten Strassen gings durch Reisfelder und malerische Doerfer, dazu der Sonnenuntergang inmitten der mystischen Landschaft, und ein netter Kneipenbesitzer schipperte uns mit Bambusfluss auch noch uebern Fluss. Sehr cool...
Ein "kleines" organisatorisches Problem mussten wir dann doch noch loesen, wir brauchten naemlich noch nen Flug von Shanghai zurueck nach Hongkong, um unseren Flieger nach Sydney nicht zu verpassen. Im letzten Jahr (als ich das erste Mal in China war) war das ueber www.elong.net noch ganz einfach, aber inzwischen gabs wohl zuviele Betrugsfaelle, und die Online-Buchung war gar nicht mehr so "online", man sollte netterweise noch Kopien der Kreditkarten, Antragsformulare sowie Passkopien nach Peking faxen. Das bedeutete also, dass wir in unserem Yangshuo Kaff jemanden auftreiben mussten, der uns Drucker, Scanner and Faxgeraet zur Verfuegung stellen konnte, von Englischkenntnissen gar nicht zu reden. Die Huerde war irgendwann genommen, ein naechtlicher Blick in die Mailbox zeigte jedoch, dass die Uhren in China nicht ganz so schnell ticken - wir sollten alles nochmal wiederholen, da die Unterschriften wohl nicht ganz lesbar ruebergekommen waren. Naja, die ganze Aktion zog sich ueber mehr als 2 Tage hin, und letztendlich wurden unsere Fluege erst in Shanghai bestaetigt.
Am naechsten Morgen mussten wir dann leider wieder weiter, die Zeit rannte, denn schon drei tage spaeter ging unser Weiterflug von Hongkong nach Sydney und wir wollten uns vorher noch Shanghai anschauen. Das alte Spiel, ab zum Bahnhof, die Zeit mit 300 anderen in der Wartehalle totschlagen und dann zum Abteil hetzen, um noch Gelegenheit zu haben, die Rucksaecke in den Gepaeckfaechern zu verstauen. Diesmal war die Atmosphaere im Zug nicht ganz so entspannt, wir waren die Attraktion in unserem Waggon, und das aeussert sich hier eben nicht in verstohlenen Blicken, sondern man wird die ganze Zeit angestarrt egal was man macht. Ausser uns waren in dem ganzen Zug vielleicht noch 10 andere Auslaender. Und da ich schon immer mal auch erste Klasse Zug fahren wollte, war die Entscheidung klar: Upgrade !!!! Leider stellt sich das als ein ziemlich schwieriges Unterfangen heraus, aufgrund der Sprachbarriere und irgendwie wollte das Zugpersonal auch seine Ruhe haben. Nach circa 30 Minuten hatten wirs dann aber geschafft, neue Tickets, Aufpreis bezahlt und endlich Ruhe im abschliessbaren :-) Abteil....
Shanghai - ganz anders als Hongkong, leichte Enttaeuschung machte sich bei mir breit, hatte es mir echt spektakulaerer, groesser, hoeher etc. vorgestellt, aber wahrscheinlich war ich schon bissl vorbelastet bzw. abgestumpft. Denn die Rekorde in punkto Anzahl aufgestellter Krane, minuetlicher vertikaler und horizontaler Zuwachs und so weiter suchen weltweit ihresgleichen (sonst waerens wohl keine Rekorde) Wir quartierten uns in einem ziemlich edlen Hostel aus der Zeit der Franzosen direkt am Bund, dem Zentrum von Shanghai, ein, und dann gings los, Henni und Paulina, zwei Freunde aus Dresden zu treffen. Nach diversen telefonischen Verabredungen mehrfach quer durch die Welt mit australischen und deutschen Handys klappte dann auch das. Irgendwann landeten wir dann auf dem Jinmao-Tower, dem hoechsten Gebaeude in China. Wie befuerchtet, wurde uns wegen Missachtung der Kleiderordnung der Zutritt zur Bar verwehrt, Anzug waere zu leihen gewesen, schuhe leider nicht...mit Flipflops kommt man halt nur in Australien ueberall rein. Der Blick hinunter im Inneren des Turmes war fuer die Magengrube schon genug, lag aber vielleicht auch an der niedrigen Bruestung.
Nach 2 Naechten in Shanghai war dann wieder mal Aufbruch angesagt. Wie bereits erwaehnt, nochmal Zugfahren war nicht drin, Shanghai back to Hongkong dauert 24h, und die hatten wir nicht mehr, eben alles auf Kante genaeht. Also auf zum Flughafen. Gluecklicherweise ist Shanghai eine der wenigen Grossstaedte auf dieser Welt wo der Transport zum Flughafen nicht den ganzen tag in Anspruch nimmt, genauer gesagt, dauert es hier 8 Minuten - mit dem Transrapid der sich in Deutschland ja ni wirklich durchgesetzt hat. Ziemlich beeindruckend mit 430 km/h durch die Gegend zu rauschen, wobei die Weite der Landschaft das Erlebnis bissl mindert. Auf dem Flughafen dann das uebliche, draengeln und nicht wegschieben lassen...alles letztendlich zweckfrei, denn unser Flug hatte mal wieder Verspaetung.
In Hongkong, besser Shenzhen, angekommen, fiel dann auf dass ich Flughafen und Bahnhof leicht verwechselt hatte. Vom Flughafen gibts leider keine bequeme S-Bahn-Anbindung nach Hongkong Zentrum, spaet wars ausserdem, und Shenzhen ist nicht wirklich prickelnd. Also dem erstbesten Busfahrer am Flughafen die Rucksaecke in die Hand gedrueckt und los gings. 3 Stops inklusive Grenzkontrollen und Buswechsel spaeter (beeindruckend mit welcher Effizienz die Menschenstroeme dort gemanaged werden), waren wir dann in Hongkong. Unser Taxifahrer fuers letzte Stueck war lustig, halbblind und kannte unser Hostel nicht, welches immerhin auf der Hauptstrasse in Kowloon liegt, und wir fanden auch nicht heraus welche Sprache der Mann sprach, war weder Chinesisch noch Englisch. Aber immerhin hatte er feine Jazzmucke an, eine riesengrosse Lupe mit Lampe am Start sowie ne Strassenkarte - Hongkong live :-). Es stellte sich dann raus, dass wir bereits auf der richtigen Strasse waren...easy as.
Ins inzwischen heimische Cosmic Guesthouse eingecheckt (wer mal ne guenstige Bleibe in HK sucht, that's the place to go), am naechsten Tag dann die letzten Einkaeufe sowie ne massive Packorgie....ab zum Flughafen, und schon waren wir wieder in Sydney. Komisches Gefuehl hier wieder anzukommen, einerseits ist es immer noch irgendwie fremd, andererseits aber doch wieder ziemlich vertraut. Spielte sicher auch ne Rolle, dass hier der Fruehling grad angefangen hatte (unsere Ankunftszeit Sonntag morgen, 7 Uhr), und das nach 5 Wochen mit konstant ueber 30 Grad in Deutschland und China. Tja, das sollte dann fuer ne Weile erstmal der letzte laengere Trip sein, irgendwie muss das ja alles auch finanziert werden. Update folgt....
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